GRÜNE Reinheim

Reinheim gemeinsam gestalten


Aufbau eines Facility-Managements für den Erhalt, die Pflege und die systematische energetische Modernisierung der kommunalen Gebäude und zur Immobilienstrategie kommunaler Liegenschaften

Anfrage: Fraktion B90/Die Grünen (Drucksache: 0210/2026/ANFR)

Datum der Anfrage: 05. Oktober 2026

Behandelt in der Sitzung: Stadtverordnetenversammlung der Stadt Reinheim am 27.10.2026

Ausgangslage / Begründung

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,

im Namen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellen wir folgende Anfrage zur Strategie bei der angekündigten Einführung eines Facility Managements. Anlass hierzu ist der Austausch im Ältestenrat der STVV über unsere zuvor gestellte Anfrage nach Zustand und Sanierungsstand des kommunalen Gebäudebestandes sowie zur strategischen Weiterentwicklung des städtischen Immobilienbestandes, die nicht bzw. nur mit erheblichen Personal- und Zeitaufwand hätte beantwortet werden können, da die Stadt bisher nicht über ein Facility-Management-Softwaresystem für diese Aufgabe verfügt.

Die Kenntnis dieser Daten sind zentrale Bausteine einer nachhaltigen kommunalen Klimapolitik und zugleich von erheblicher Bedeutung auch für die langfristige finanzielle Stabilität der Stadt. Das Integrierte Klimaschutzkonzept (IKSK) sieht mit der Maßnahme K-3 ausdrücklich die Erstellung und den Beschluss eines mehrjährigen Modernisierungsfahrplans vor. Ziel ist es, den Sanierungsbedarf frühzeitig zu erkennen, notwendige Investitionen vorausschauend zu planen und die vorhandenen finanziellen Mittel möglichst effizient einzusetzen. Gleichzeitig kommt der Stadt bei der energetischen und nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer eigenen Gebäude eine wichtige Vorbildfunktion zu.

Ein modernes Facility Management (FM) sollte heute weit über die reine Instandhaltung von Gebäuden hinausgehen. Um es konsequent für den Klimaschutz und die Klimaanpassung nutzbar zu machen, empfiehlt es sich, das System unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz aufzubauen.

Um die strategischen Ziele des IKSK in Zusammenspiel mit dem kommunalen Klimaanpassungskonzept in konkrete und priorisierbare Maßnahmen für den kommunalen Gebäudebestand zu übersetzen und eine belastbare Grundlage für die weitere Haushalts- und Investitionsplanung zu schaffen, bitten wir den Magistrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:

Frage 1:

Ist sichergestellt, dass ausreichend Investitionskosten für das zu erwerbende Facility-Management-System (FM) im Haushaltsentwurf 2027 vorgesehen sind?

Antwort:

Infolge der prekären Haushaltslage sind für das Haushaltsjahr 2027 keine Mittel für den Erwerb eines Facility-Management-Systems vorgesehen.

Frage 2:

Wann wird das kommunale Facility Management System erworben?

Antwort:

Infolge der nicht vorhandenen Mittel ist zurzeit kein Zeitplan darstellbar.

Frage 3:

Gibt es einen Verantwortlichen für die Einführung der FM-Software?

Antwort:

Die Einführung der Software erfolgt immer in Abstimmung mit der IT-Abteilung.

Frage 4:

Wie sieht der Zeitplan für die Einführung aus?

Antwort:

Nach derzeitigem Sachstand ist geplant, für den Haushalt 2028 Mittel zu beantragen. Die Beschaffung steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die STVV.

Frage 5:

Welchem Fachbereich der Verwaltung wird das Facility Management zugeordnet?

Antwort:

Fachbereich Bauen. Dabei ist anzumerken, dass die zusätzlichen Aufgaben durch vorhandenes Personal erbracht werden sollen.

Frage 6:

Welche Bereiche sollen damit erfasst und verwaltet werden?

Antwort:

Es sollen die Gebäude der Stadt Reinheim erfasst werden.

Frage 7:

Soll(en) insbesondere mit dieser Software:

  • A) Energetische Optimierung und CO₂-Reduktion: Ein Energiemonitoring eingeführt werden, um Verbräuche sowie die Gewinnung erneuerbarer Energien in Echtzeit zu messen und Lastspitzen zu identifizieren? (Ja/Nein mit Erläuterung)
  • B) Energetische Sanierungsplanungen: Ein systematischer Plan für die Dämmung von Gebäudehüllen und den Austausch fossiler Heizsysteme gegen klimafreundliche Alternativen (z. B. Wärmepumpen) geplant werden? (Ja/Nein mit Erläuterung)
  • C) Klimaanpassung und Flächenmanagement:
    • Ein Grünflächenmanagement etabliert werden, um Gebäude und Außenanlagen systematisch resilienter gegen Extremwetter wie Hitzeperioden oder Starkregen zu machen?
    • Ein Wassermanagement wie z. B. Regenwassernutzung und Entsiegelung von Flächen, um die Versickerung vor Ort zu verbessern (Schwammstadt-Prinzip), darin erfasst und verwaltet werden?
    • Die Planung und Verwaltung von Verschattungssystemen und natürlichen Lüftungskonzepten erfasst und verwaltet werden? (Ja/Nein mit Erläuterung)

Antwort:

Zunächst ist festzuhalten, dass die Datenaufnahme und deren Verwaltung eine kontinuierliche Aufgabe darstellt und entsprechend ständige Datenpflege erforderlich ist.

  • Zu A) Energetische Optimierung: Energiemengen werden grundsätzlich anhand der monatlichen Abrechnungen überprüft, um Ausreißer zu identifizieren. Für ein Energiemonitoring in Echtzeit ist keine Infrastruktur vorhanden. Mittel für die Beschaffung der erforderlichen Komponenten stehen nicht zur Verfügung. Echtzeitmonitoring ist daher nicht vorgesehen.
  • Zu B) Energetische Sanierungsplanungen: Bei jeder Sanierungsplanung werden die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Gebäudehülle und der Heizungssysteme geplant und eingehalten. Sofern sich gesetzliche Anforderungen z. B. aus dem Gebäudemodernisierungsgesetz ergeben, die sich auf Bestandsgebäude auswirken, werden die Vorgaben entsprechend in die Zeitplanung aufgenommen. Zusammenfassend also: Ja, vor dem Hintergrund der gesetzlichen Vorgaben.
  • Zu C) Oberbegriff Klimaanpassung: Wir vermuten, dass der Bezug nicht das Klimaschutzkonzept, sondern das Klimaanpassungskonzept ist, welches sich derzeit in Gremienberatung befindet. Da es sich hierbei um einen eigenständigen Vorgang handelt, ist eine Integration in das Facilitymanagement entbehrlich und somit nicht vorgesehen.